Da Zentyal (Linux Small Business Server) bereits die Unabhängigkeit von MS Exchange Servern bietet, liegt es nahe diese Unabhängigkeit auch auf den Desktop Bereich auszudehnen. Neben LibreOffice kommt dann häufig aus der Mozilla Produktreihe Firefox und Thunderbird zum Einsatz.

Zentyal unterstützt bereits, von Haus aus, mit dem SOGo Server MS Outlook Clients, trotzdem besteht auch in KMU's vielfach der Wunsch einen alternativen Mail Client einzusetzen. Aus Sicht der Sicherheit ist das sicher kein schlechter Gedanke und manche mögen auch den Mail Client Thunderbird auf Grund seiner Übersichtlichkeit.

In Zentyals Version 4.2 werden Outlook Clients bereits weitgehend unterstützt und es kann nur von Vorteil sein, wenn eine möglichst breite Palette an weiteren Mail Clients Berücksichtigung finden. Hier ist es erforderlich die entsprechenden Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. In dieser Betrachtung schränke ich mich auf den Mailclient Mozilla Thunderbird ein, dieser steht für die meisten Betriebssystem Geschmacksarten zur Verfügung.

Thunderbird wiederum ist ein ausgefeilter Mailclient, die üblichen Büro Aufgaben im Client Bereich - wie Mail, Kalender und Adressbuch - werden vollständig unterstützt. Eine übersichtliche Benutzeroberfläche kann leicht um weitere Funktionalität mit AddOns erweitert werden kann. Ohne Hilfen kann die Konfiguration jedoch eine Aufgabe mit erheblichem manuellen Aufwand werden, die sich mit der Anzahl der Nutzer potenziert. Dabei bietet Thunderbird bereits alle Anlagen um eine automatische Provisionierung zu unterstützen.

Bei der automatischen Provisionierung gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Methode, die häufig von Providern genutzt wird, ist es - nach Angabe von Basisdaten, wie Benutzername, Email-Id und Kennwort, die Grundkonfiguration zu erhalten. Hier handelt es sich zum Einen um das Postkorb Verfahren (POP/IMAP) und die Konfiguration des SMTP Servers für den Mail Versand. Diese Methode bezeichne ich hier als Provisioning Light.

Thunderbird unterstützt aber auch die zentrale Auslieferung der Konfiguration aus der Firmen IT und hier wird es auch interessant für KMU Partner. Diese Methode geht weit über die reine Mail Konten Grundkonfiguration hinaus und kann Funktionalität, die nicht gewünscht wird ebenso einschränken - wie auch erweitern. Ein weiterer, nicht unwesentlicher, Aspekt ist, dass sich Mitarbeiter nicht immer mit den technischen Details und Einstellmöglichkeiten einer Mailanbindung auseinandersetzen wollen. Damit hat man auch einen schmalen Ersatz für die GPO auf dieser Anwendungsseite zur Verfügung. Diese Methode bezeichne ich hier Full Provisioning und es kommt die Frage nach der Schnittstelle zwischen Zentyal und Thunderbird auf.